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15.07.2009
Gesundes Trinkverhalten: Übergewichtsprävention durch die Erhöhung des Wasserverzehrs bei Grundschulkindern

Autoren: Rebecca Muckelbauer und PD Dr. Mathilde Kersting

Im Kollektiv der DONALD Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) wurde anhand von Messungen der Osmolalität des Urins ein inadäquater Hydratationsstatus festgestellt. Deswegen wurde empfohlen, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland ein Glas Wasser zusätzlich am Tag trinken sollten. Die DONALD Studie zeigte auch, dass ein guter Hydratationsstatus mit einer empfehlungsgerechteren Ernährungsweise assoziiert war. In Bezug auf die Entstehung von Übergewicht kann sich ein erhöhter Wasserverzehr vor allem dann positiv auswirken, wenn dadurch zuckerhaltige Erfrischungsgetränke und Säfte ersetzt werden. Im DONALD Kollektiv erwies sich der Verzehr von Erfrischungsgetränken und auch von Säften als Risikofaktor für die Übergewichtsentstehung, zumindest bei Mädchen.

Vor diesem Hintergrund wurde in einer kontrollierten Interventionsstudie getestet, ob eine Erhöhung des Wasserverzehrs bei Grundschulkindern das Risiko für Übergewicht senken kann. In den 2. und 3. Klassen von 17 Grundschulen (Cluster) der Interventionsgruppe in Dortmund (1641 Kinder) wurden Maßnahmen der Verhaltensprävention und Verhältnisprävention kombiniert. Die Intervention im Schuljahr 2006/07 bestand aus einer vierstündigen Unterrichtsreihe zum Wasser und Trinken (Verhaltensprävention), die von den Lehrern durchgeführt wurden, und der Bereitstellung leitungsgebundener Wasserspender in den Schulen sowie Trinkflaschen für jedes Kind (Verhältnisprävention). Zur Kontrolle dienten 15 Schulen in Essen (1309 Kinder), in denen nicht interveniert wurde. Vor und nach der Intervention wurden Körpergröße und -gewicht gemessen und die Trinkgewohnheiten der Kinder erfragt. Der Interventionseffekt auf die Prävalenz von Übergewicht wurde mittels einer multivariaten logistischen Regression unter Berücksichtigung des Cluster-Designs der Studie getestet.

Nach dem Interventionszeitraum von einem Schuljahr war der Wasserverzehr in der Interventionsgruppe um 1,1 Gläser pro Tag höher als in der Kontrollgruppe (p < 0,001). Der Verzehr von Saft und Limonade unterschied sich nicht (p = 0,50 und p = 0,41). Vor der Intervention war die Prävalenz von Übergewicht in beiden Gruppen etwa gleich (p = 0,21). Nach der Intervention war das Risiko für Übergewicht in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduziert (Odds Ratio = 0,69; 95% Konfidenzintervall: 0,48 – 0,98; p = 0,040), adjustiert für die Ausgangsprävalenz von Übergewicht (Abbildung 1).

Durch die Kombination der Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention konnten der Wasserverzehr erhöht und das Risiko für Übergewicht vermindert werden. Die Förderung des Verzehrs von Wasser als bevorzugtes Getränk spätestens mit dem Eintritt in die Grundschule kann ein wirksamer Bestandteil der Übergewichtsprävention sein.

 

Literatur:
Muckelbauer R, Libuda L, Clausen K, Reinehr T, Toschke AM, Kersting M: Promotion and provision of drinking water in schools for overweight prevention: a randomized, controlled cluster trial. Pediatrics 2009;123(4), in press.
 

Mit Förderung durch das BMELV über die BLE und den BGW

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