
Autorinnen: PD Dr. Mathilde Kersting und Dr. Ute Alexy
Getreide ist vor allem in Form von Vollkornprodukten ein wesentlicher Bestandteil einer primärpräventiven Ernährung für Kinder und Jugendliche. Ein hoher Verzehr von Vollkornprodukten wird in epidemiologischen Studien unter anderem mit einem verminderten Risiko assoziiert, an Dickdarmkrebs zu erkranken.
Hafer ist ein klassisches Vollkornprodukt unabhängig von der Herstellungsart in Form von „feinen“, „kernigen“ oder „instantisierten“ Flocken. Welche Bedeutung dieses traditionelle Lebensmittel in der heutigen Ernährung von Kindern hat, wurde jetzt in der DONALD Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) untersucht 1. Ausgewertet wurden insgesamt 600 Ernährungsprotokolle von 266 Kindern im Alter von 6-10 Jahren aus dem Untersuchungszeitraum 2004-2008.
Es zeigte sich, dass in 15 % der Protokolle mindestens einmal innerhalb der 3-tägigen Protokollperiode reine Haferflocken verzehrt wurden. Nach Berücksichtigung von Haferflocken, die als Zutat in Produkten enthalten sind, wie z. B. fertigen Müslimischungen, Cerealien und Riegeln, stieg der Anteil der Verzehrer auf ca. 60 %.
Bei spezieller Betrachtung des Frühstücks zeigte sich, dass etwa jedes 5. Frühstück Hafer enthielt, aber nur jedes 20. Frühstück enthielt reine Haferflocken.
Jungen, die mindestens einmal im Protokollzeitraum Hafer verzehrt hatten, verzehrten im Mittel 20-30 g reine Haferflocken pro Tag und Mädchen entsprechend ihres insgesamt geringeren Nahrungsbedarfs 15-20 g (Abbildung). Wurde auch Hafer als Zutat in Produkten berücksichtigt, fanden sich deutlich niedrigere mittlere Verzehrsmengen.
In einem Müsli für Kinder im Alter von 6-10 Jahren entsprechend dem Präventionskonzept der Optimierten Mischkost sind etwa 30 g Haferflocken enthalten, hinzu kommen Obst und Milch oder Joghurt (fettarm), ergänzt durch ein Getränk (Wasser, ungezuckerter Tee). Wie die DONALD Studie zeigt, verzehren Kinder Haferflocken - wenn überhaupt – nur in geringen Mengen als Bestandteil von fertigen Müslimischungen oder Frühstückscerealien. Durch Untermischen von Haferflocken lässt sich eine wünschenswerte Steigerung des Vollkornanteils solcher Speisen erzielen, ohne dass die gewohnte Geschmacksqualität nennenswert gemindert wird – eine bewährte Strategie der Ernährungserziehung bei Kindern.
E-Mail und Adresse der Autorinnen:
PD Dr. Mathilde Kersting
Dr. Ute Alexy
kersting@fke-do.de
Forschungsinstitut für Kinderernährung
Institut an der Rheinischen Friedrich-Wihelms-Universität Bonn
Heinstück 11
44225 Dortmund
1 Mit Förderung durch den Getreidenährmittelverband e.V. Berlin